Ruhe. Pause … oder doch Ende ?! 

Lange.  Laaaaaanngeeee habe ich nichts mehr geschrieben. Aus mehreren Gründen.  Der vorrangige ist sicherlich, dass es einfach nichts gab, über das ich hier hätte schreiben können. Hier läuft einfach der ganz typische Mama – Kleinkind – zu Hause Alltag.  Schöne Ausflüge. Ganz normale Erledigungen. Rumgammeln. Lesen. Spielen. Wutanfälle. Sich gegenseitig anbrüllen.  Versöhnen. Tagein.  Tagaus.  Lohnt sich irgendwie nicht so wirklich zum Bloggen. Es gibt kurze Status Berichte auf Insta. Zu mehr reicht meiner Meinung nach mein Alltagsstoff hier nicht aus.  
Ein weiterer Grund ist einfach, dass ich absolut keine Lust mehr hatte, zu schreiben. Vor allem hatte ich keine Lust mehr auf die ein oder andere Reaktion. Klar, damit muss man rechnen, wenn man alles online stellt aber genau deswegen habe ich eben NICHT MEHR geschrieben. Wenn man gesagt bekommt, man stünde aufgrund von Beiträgen, in denen man seine Angst davor  beschreibt, sein Kind bald in fremde Hände zu geben (Kindergarten) vor einer Zwangs – und Angststörung, kann ich doch wirklich nur den Kopf schütteln und überlege mir, dass diese Plattform dann doch nicht mehr mein Weg ist. Zu dem Thema nochmal: ja ich mache mir einfach nur Sorgen, mein Kind abzugeben, mache mir einfach Sorgen, wie ICH damit klar komme. Ich habe schwer und lange für dieses Kind kämpfen müssen und das kann sicher nicht jeder nachvollziehen.  Deswegen stehe ich aber noch lange nicht vor einer Zwangs – und Angststörung liebe Kollegin L. 

Ich habe diesen Blog angefangen, weil ich am Ende war, weil mein Kind  MONATE (an der Zahl genau 10) bis zu sechs, acht, zehn Stunden pro Tag gebrüllt hat, weil ich keine Hilfe hatte und dadurch in eine p.p. Depression gerutscht bin.  Es hat mir gut getan, meine Gedanken und Gefühle einfach aufzuschreiben und zu hören, dass es manch anderen genauso geht. Mittlerweile ist diese ganz schlimme Zeit aber (Gott sei dank) vorbei und wie schon  gesagt, herrscht hier ein ganz normaler Alltag mit Kleinkind. Ok, einem SEHR sturen und willensstarkem Kleinkind, das mich schon hin und wieder an meine Grenze bringt. Aber auch das ist kein Eintrag hier wert. So ist es eben und damit lerne ich Stück für Stück,  umzugehen. An manchen Tagen besser, an anderen schlechter. Wir leben eben so vor uns hin. Wir machen Pläne, beruflich und privat und sehen, was so kommt. Stoff für einen Blog ? Nein definitiv nicht.

Daher werde ich erstmal hier vor mich hin ruhen und den Blog offiziell etwas auf Eis legen. Ich denke, beenden werde ich ihn noch nicht. Vielleicht brauche ich ihn ja nochmal, wenn der Kindergarten im Herbst los geht 😉 

In diesem Sinne wünsche ich euch ( wenn überhaupt noch jemand da ist, der liest) einen wunderschönen Sommer mit viel Sonne ( und guter Sonnencreme :-D), Freibad, Planschbecken,  Eis, Freunden, Blumen, ach und Zuckerwatte Wolken Einhörnern.  Also einfach eine tolle Zeit mit lieben Menschen. 

Bis bald mal.

Deja vue vom Feinsten

Dieser Artikel aus der aktuellen ELTERN Ausgabe hat mich echt getroffen. Diese Erfahrungsberichte waren UNSERE Geschichte. MEINE Gedanken und Handlungen. Ich hatte diese schlimme Zeit wirklich schon fast vollständig verdrängt.  Dieser Artikel hat alles wieder hoch gebracht und mir gezeigt, dass ich damit absolut noch nicht abgeschlossen habe. Mir fehlt wirklich ein komplettes positives Jahr. Ja, es war schlimm. Ja, ich habe Sohnemann angebrüllt,  er solle endlich aufhören. Ja ich war oft davor, zu schütteln. Und JA, ich habe ihn gehasst in dieser Zeit. Das treibt mir die Tränen in die Augen. So sehr war er doch DAS Wunschkind. So sehr habe ich mich auf diese Zeit gefreut, die ich als Hebamme so oft begleitet habe. Endlich bin ich dran mit der (natürlich anstrengenden) wunderschönen Babyzeit.  Und es kam so anders. Natürlich kann ich jetzt sagen, wenn ich damals gewusst hätte,  dass der Spuk nach einem Jahr vorbei ist ….. aber das kann ich nicht und 2015 war schlimm und unendlich lang. Und EINSAM.  Ich war alleine. Klar, der Papa war da. Aber auch nur abends und am Wochenende. Keine Familie, keine Freunde, die regelmäßig hätten helfen können. Noch zu wenig Kontakt zu den Nachbarinnen. So erinnere ich mich an eine Situation, Sommer 2015. Die  meisten Familien aus unserer Straße mit ihren Kindern bei uns gegenüber im Nachbarsgarten. Ich sitze verzweifelt auf dem Küchenboden und heule. Sohnemann brüllt und brüllt und brüllt und ich denke nur, warum hört ihn da drüben keiner und kommt ?! Heute sieht es anders aus. Heute würde ich um Hilfe fragen. Glaube ich zumindest. Aber damals war es mir unangenehm. Ich bin doch Fachfrau.  Sogar doppelt. Warum schaffe ich es nicht, mit einem Baby klar zu kommen?! Daher zwei Aufrufe an euch da draußen: Wenn ihr in dieser Situation seid, bittet um Hilfe.  Egal wo. Egal wen. Und wenn es nur für 15 Minuten ist. Und an die andere Seite, wenn ihr ein Baby so oft und lange schreien hört, geht hin. Klingelt bei euren Nachbarn. Bietet Hilfe an, denn die meisten trauen sich doch nicht, zu fragen. Es ist meiner Meinung nach immernoch ein Tabu Thema, weil viele Frauen (und so auch ich ! ) denken, dass es ihre Schuld sei. Dass sie es nicht hin bekommen mit einem ganz einfachen Baby. Aber so ist es eben nicht. Und das muss in die Köpfe von Müttern und allen anderen. Es braucht Hilfe, Unterstützung, da sein. Auch diese Mutter möchte und muss getröstet werden. Auch ich habe viel zu spät nach professioneller Hilfe gesucht und es war definitiv zu spät, so dass die p.p. Depression schon im vollen Gange war. Das hätte nicht sein müssen, wenn ich früher gehandelt hätte.  

Daher werden wir uns mit einem Geschwisterchen noch Zeit lassen. Ich habe diese schlimme Zeit einfach noch nicht abgeschlossen. Das braucht definitiv noch Zeit! 

Kita Kinder

Für uns war es die beste Entscheidung, Sohnemann aus der Krippe zu nehmen. Seit er wieder ausschließlich zu hause ist geht es mir deutlich besser und auch an ihm merke ich Veränderungen. Er schläft wieder deutlich entspannter und auch die Wutanfälle nehmen sichtbar ab. Es war einfach für alle Beteiligten die richtige Entscheidung. Außerdem habe ich letzte Woche noch eine ganz wunderbare – nicht – Geschichte über unsere ex Einrichtung gehört.  Dort wurde doch tatsächlich im Nachgespräch der Eingewöhnung bei einem damals (letztes Jahr) 18 Monate altem Kind (das ich aus der Spielgruppe noch kenne und vom Typ her sehr ähnlich zu unserem kleinen Löwen ist ) ADHS ‚diagnostiziert‘. FINDE DEN FEHLER !  Oder vielmehr DIE Fehler. Ich bin echt sprachlos, wie eine Einrichtung so handeln kann. Ich verstehe es nicht und bin so froh, dass Sohnemann dort nicht mehr hin geht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch wir diese ‚Diagnose‘ erhalten hätten…. 

Tja und heute am Flughafen dann folgende Situation: zwei Erzieherinnen mit acht U3 Kindern auf der Besucherterrasse. Erstmal eine schöne Sache und absolut nichts gegen einzuwenden. Die Kinder durften rum laufen, eins der Krabbelkinder auf dem Schoß einer Erzieherin. Bis dahin auch alles gut. Wir gehen an der Gruppe vorbei. Die Erzieherin mit dem Kind auf dem Schoß hat ihr Handy in der Hand und schreibt WhatsApp Nachrichten und das arme Kind fuchtelt mit den Armen, weil es halb am runter rutschen ist und die Mütze komplett über Augen und Nase hat und die Erzieherin tippt fröhlich weiter. Ich: Entschuldigung aber das Kind hat die Mütze über Augen und Nase. Erzieherin: Das ist ja wohl nicht Ihre Sache oder ? Ahhhhh.  Ich dreh am Rad, echt. Später brüllt noch ein Kind wie am Spieß, ich habe nicht gesehen warum, aber keiner der beiden geht hin zum trösten. Wir gehen…. ist das alles denn eine Art, wie unsere Kinder betreut werden sollten ?! Natürlich ist mir klar, dass es nirgendwo perfekt laufen kann und dass es sicher in der Mehrzahl der Einrichtungen gut läuft. Aber wissen tue ich es nicht und mache mir schon so meine Gedanken, was hinter verschlossenen Türen so alles läuft.

ENDE 

Also nicht vom Blog sondern von Sohnemanns absolut bescheiden gelaufener Krippenzeit.  Diese Woche wird er noch gehen, damit das Ende nicht abrupt von heute auf morgen kommt und er sich dort offiziell ‚verabschieden‘ kann. Es sei denn das Weinen wird diese Woche von Tag zu Tag wieder immer schlimmer, dann mache ich wirklich einen abrupten Cut und gut ist…. so eine beschissene Erfahrung, so viel Stress seit dem 1.11. letzten Jahres. Diese Monate werde ich mal dezent aus meinem Gedächtnis streichen. Ab 1.12.17 haben wir Gott sei dank ( wahrscheinlich im wahrsten Sinne) in unserer (katholischen) Wunscheinrichtung einen Platz bekommen. Nur Ü3, Schnuppertage ab April, ab Dezember dann die ganz normale Eingewöhnung.  Eine Leitung, die noch sagt, wo es lang geht und die gewisse Grundregeln aufstellt. Bis dahin werde ich wieder ganz für Sohnemann da sein und dann sehen, wie es im Kindergarten dann läuft.  Wenn er dort richtig angekommen ist, werde ich die Freiberuflichkeit in Angriff nehmen incl. kreativem Zweitjob. Davon werde ich euch berichten, wenn er wirklich spruchreif wird…. 

Mal ein Hallo – und wieder diese Kita ….

Ach mann. Es tut mir leid.  Schon wieder nur ein Thema. Die KITA.  Wir hatten etwa 1,5 richtig richtig gute Wochen. Ich habe Sohnemann abgegeben, bekam ein Küsschen und ein Tschüss und weg war er zum Spielen. Dann ganz plötzlich mitten in der Woche, also auch keine Pause oder krank oder sonst dazwischen, war das vorbei und er hat ganz ganz bitterlich geweint. Das hat sich bis heute zugespitzt. Da wurde ich festgehalten, er wollte nicht zu „seiner“ Erzieherin gehen. Ich bin dann natürlich trotzdem raus und es stand ein klopfendes weinendes Häufchen Elend an der Gruppentür,  die übrigens bescheuerterweiße aus Glas ist, und hat mir hinterher gerufen. Abartig sag ich euch. Beim Abholen war alles in Ordnung und ich habe der Erzieherin zumindest aus der Nase ziehen können, dass er sich dann „zeitnah“ beruhigt hätte.  Gut.  Danke für die ausgiebige Info. Die Stimmung ist einfach absolut im Keller. Den Rest dieser Woche geht er eh nicht mehr hin, Scharlach in der Einrichtung. Das muss ich mir nicht geben, wenn es nicht nötig ist. Dann werde ich nochmal in Ruhe mit dem Göttergatten reden und ernsthaft überlegen, wie wir weiter machen. Ich bin zu hause, meine geplante Freiberuflichkeit kann definitiv noch warten. Vor allem wenn unter allem anderen das Kind leidet. Ich glaube einfach, diese Verbindung zwischen DIESER Kita und mir ist einfach zum Scheitern verurteilt. Mal sehen, wie diese bisher neverending Story dann doch irgendwann endet  

Kopf ist jetzt auch glücklich 

Kennt ihr den Film „Mona Lisas Lächeln“ ?  Julia Roberts, Kirsten Dunst, Julia Stiles. …. einer meiner Lieblingsfilme und gerade die Rolle von Julia Stiles spricht mir besonders jetzt total aus dem Herzen. Sie entscheidet sich gegen ein Jura Studium und für die Familie. „Ich würde es bereuen, nicht meine Kinder aufwachsen zu sehen, ihnen ein gemütliches Heim zu bereiten und für meine Familie da zu sein “ (Zitat sinngemäß). Und genauso sehe ich das auch. Ich wäre in den 50ern auch gut aufgehoben gewesen. Ich mag dieses klassische Familienbild von Hausfrau und Mutter und arbeitendem Ehemann (was ja nicht bedeutet, dass Hausfrau und Mutter keine Arbeit ist).[ Achtung: damit möchte ich niemanden kritisieren oder abwerten oder was weiß ich …. ich bewundere jede Mutter, die 20, 30 oder sonst wie viele Stunden arbeiten geht UND Haushalt und Kinder stemmt. Und genauso bin ich nicht weniger wert oder sonst was, weil ich mich für „NUR“ Hausfrau und Mutter entscheiden habe.] Zurück zum Thema. Auch die Mode der 50er mit allem Styling drum herum liebe ich total. Ich finde es sehr schade, dass diese Zeiten vorbei sind. Ich freue mich auf diese Zeit, mein Kind (oder auch vielleicht irgendwann Kinder) aufwachsen zu sehen, immer da zu sein, wenn sie mich brauchen, Hausaufgaben machen, Hobbys begleiten …. diese Zeit ist so schnell vorbei und dann kann ich immernoch zurück ins Krankenhaus – oder wohin auch immer mich das Leben dann führen wird. Und vielleicht wird ja die Mode der 50er nochmal ein großes Comeback geben 🙂 🙂 

Fazit auf jeden Fall: ich bin glücklich mit meiner Entscheidung und das merkt vor allem der kleine Löwe. Das ist das Wichtigste ! 

Bauch gewinnt – Kopf hängt noch nach

Aber ich habe trotzdem eine Entscheidung getroffen. Gegen den Beruf und für das Kind. Ob das die richtige Entscheidung war, kann mir keiner sagen aber mein Bauchgefühl schreit förmlich JA aber mein Kopf raucht immernoch.  Ist diese Entscheidung richtig in der heutigen Zeit? ? Rente ? Absicherung im Alter ? Lücke im Lebenslauf ? Dann endgültig raus aus der Medizin ? Jemals ein Wiedereinstieg möglich ? Möchte ich überhaupt jemals einen Wiedereinstieg in die Medizin? Wahrscheinlich wenn überhaupt maximal in die Geburtshilfe …. ist das nach so langer Auszeit überhaupt möglich??? 

Und leider ist mein am stärksten rufender Gedanke: was denken alle anderen von mir ? Dieses Bild von NUR Hausfrau und Mutter ist doch wirklich verpönt und wird nicht angesehen. Warum ? Oder vielmehr, warum stört MICH das so sehr ?! 

Jetzt muss ich aber erstmal raus finden, wie sich der kleine Löwe in der Kita macht. Auf jeden Fall wird er dort nicht schlafen (müssen). Alles weitere wird sich jetzt im Elternbeirat klären. Ein paar der anderen Eltern fanden die Sichtweise der Sicherung auf dem Wickeltisch nämlich auch nicht sonderlich spaßig und wollen das dort besprechen. Wenn es im Februar aber alles zusammen nicht besser wird, werden wir Sohnemann wieder aus der Einrichtung nehmen.